Loslassen und darauf vertrauen, dass Gott dich hält | Josua 1, 5b
- 13.04.2020 -
Ostersonntag 2020
Was bleibt von Ostern, wenn gemeinsames Feiern plötzlich nicht möglich ist? Ostern 2020 fehlten Osternacht, Gottesdienste und viele vertraute Traditionen. Pfarrer Dr. Jochen Eber richtet den Blick in seinem Ostergruß auf eine Botschaft, die davon völlig unabhängig ist: Jesus lebt. Die Auferstehung wartet nicht auf Zustimmung oder darauf, in unser Weltbild zu passen. Gott stellt die Welt vor eine vollendete Tatsache.
Weitere Predigten und Livestreams:
Zum YouTube-Kanal Ev. Kirchengemeinde Steinen
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Ostern 2020 war anders. Keine Osternacht, kein gemeinsamer Ostergottesdienst und kein Ostergruß auf dem Friedhof. Sorgen um Krankheit, Arbeit und die Zukunft bestimmten den Alltag.
In diesem historischen Ostergruß aus der Margarethenkirche Höllstein richtet Pfarrer Dr. Jochen Eber den Blick deshalb auf das, was trotz aller äußeren Umstände bleibt: Jesus lebt.
Die Auferstehung geschieht nicht, weil die Mächtigen sie erlauben, weil sie in unser Weltbild passt oder weil Menschen damit gerechnet hätten.
Gott schafft eine neue Wirklichkeit.
„Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.“
- Pfarrer Dr. Jochen Eber
- Ostern 2020
Predigt „Gott stellt die Welt vor vollendete Tatsachen“ - Ostergruß
(12. April 2020, Pfarrer Jochen Eber, Evangelische Kirche Steinen)
Ein Osterfest wie noch nie
Liebe Gemeindeglieder,
so ein Osterfest haben wir noch nie erlebt. Selbst die Ältesten unter uns werden sich an ein solches nicht erinnern können.
Eine Viruskrankheit legt innerhalb weniger Wochen Fabriken lahm, Einkaufsgeschäfte und Restaurants sind geschlossen. Aus Sicherheitsgründen gehen wir fast nur noch zum Einkaufen aus dem Haus. In den Krankenhäusern liegen Tausende Erkrankte.
Besonders ältere Menschen müssen Angst haben, eine Infektion nicht zu überleben.
Viele machen sich Sorgen. Viele treibt die Angst um:
Wie soll das alles weitergehen?
Tausende sind schon entlassen worden. Kurzarbeit kann auch bedeuten, dass es über kurz oder lang keine Arbeit mehr gibt.
Das sind wichtige, schwere Dinge, die wir ins Gebet nehmen müssen: die Kranken und ihre Betreuer, Mediziner und Politiker, die Entscheidungen zu treffen haben, Kurzarbeiter und Arbeitslose.
Sorgen und Angst wollen wir dem Herrn Jesus geben.
Er versteht uns und er wird uns helfen.
Was an Ostern plötzlich nebensächlich wird
Einerseits wirkt Ostern in diesem Jahr leichter als sonst.
Es ist weniger von Hasen und Ostereiern die Rede. Es dreht sich nicht alles um teures Feiertagsessen und Reisen in wärmere Länder. In den Läden sind schon in der Karwoche Osterwaren mit Preisnachlass ausgezeichnet.
All diese Nebensachen von Ostern sind in diesem Jahr nebensächlicher als sonst.
Doch andererseits fehlt auch Wesentliches:
Keine Feier der Osternacht.
Kein „Christus ist auferstanden“ am Ostermorgen auf den Friedhöfen.
Kein fröhlicher Ostergottesdienst.
Kein fröhlicher Ostergottesdienst.
Wir haben in der Kirchengemeinde Steinen-Höllstein versucht, dieses Defizit aufzufangen. Auf unserer Internetseite gibt es Predigten zu Karfreitag und Ostersonntag und weitere Ansprachen.
Wir haben außerdem gedruckte Predigten an ältere Gemeindeglieder verteilt, die keinen Internetzugang haben.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mitgearbeitet haben: Pfarrer und Ruheständler, Prädikanten und Techniker im Hintergrund.
Eine besondere Gelegenheit für unseren Glauben
Noch nie waren wir an einem Osterfest so auf unser Zuhause festgelegt.
Deshalb sind dieses Osterfest und diese Osterzeit, wie zuvor schon die Passionszeit, eine besondere Gelegenheit, unseren Glauben zu fördern und in unserem Glauben zu wachsen.
Ich habe in einem Andachtsbuch von Wilhelm Busch etwas Schönes zu Ostern gelesen. Das möchte ich Ihnen weitergeben.
Jesus lebt. Der Sohn Gottes ist auferstanden.
Es ist so unbegreiflich, so unwahrscheinlich.
Und doch ist die Freude darüber groß bei denen, die an Jesus glauben.
Die Auferstehung fragt nicht um Erlaubnis
Da ist der gewaltige Engel.
Wie mag er sich gefreut haben, als Gott ihm den Auftrag gab: Jetzt brich in die sichtbare Welt ein, wälze die Steinplatte vom Grab des Sohnes und mache den Weg frei.
Die Stunde des Lebens ist gekommen.
Ich habe mir vorgestellt, wie der Engel dahin stürmt und sich um die Soldaten, die das Grab bewachen, gar nicht kümmert.
Auch beim allmächtigen Rom hat niemand angefragt, wie die kaiserliche Regierung dazu steht, wenn das Urteil des Provinzstatthalters Pilatus einfach missachtet wird.
Die Priester und die ganze Kirche sind nicht gefragt worden, ob diese Auferstehung wohl zur Förderung des religiösen Lebens dient.
Die Weisen und Gelehrten sollen selbst zusehen, wie sie diese Sache in ihr Weltbild einordnen.
Gott stellt die Welt vor vollendete Tatsachen
Gott stellt die Welt einfach vor die vollendete Tatsache.
Herrlich!
So gehört es sich für den großen Gott.
Und so geschah es auch.
Gott stellt die Welt vor vollendete Tatsachen:
Jesus ist auferstanden.
Nun fallen die Soldaten in Ohnmacht. Pilatus ist verlegen. Die Priester sind ratlos.
Die Jünger Jesu aber werden froh, als sie den Herrn sehen.
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest und dass auch Sie froh werden über die Tatsache, die wir heute feiern:
Der Herr ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden.